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Pfarrer Ansgar Leber wird stellvertretender Dekan

Pfarrer Ansgar Leber wird stellvertretender Dekan

Pfarrer Ansgar Leber wird stellvertretender Dekan

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Pfarrer Ansgar Leber wird stellvertretender Dekan

Als Ansgar Leber Anfang 2022 seine erste Pfarrstelle in Neu-Isenburg antrat, wollte er vor allem eines: raus zu den Menschen. Jetzt, dreieinhalb Jahre später, übernimmt der Pfarrer der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Am Marktplatz Verantwortung für eine ganze Kirchenregion: Am Sonntag, 9. August, wird er um 14 Uhr in einem Festgottesdienst in der Evangelischen Christuskirche Dietzenbach, Darmstädter Straße 47 bis 49, als neuer stellvertretender Dekan des Evangelischen Dekanats Dreieich-Rodgau eingeführt. Die Einführung übernimmt Propst Stephan Arras. Im Anschluss lädt der Kirchenkreis zu einem Empfang in den Gemeindesaal ein.

Wenn Sie Ansgar Leber persönlich und direkt zur Einführung gratulieren wollen,
melden Sie sich bitte hier zur Teilnahme am Empfang an.

Anfang des Jahres hat die Dekanatssynode den Theologen mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Pfarrerin Birgit Schlegel gewählt. Die neue Aufgabe übernimmt er mit einer halben Stelle. Mit den anderen 50 Prozent bleibt Leber Pfarrer der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Am Marktplatz in der Hugenottenstadt. Gemeinsam mit Dekan Steffen Held wird er künftig das Dekanat hauptamtlich leiten, eigene Verantwortungsbereiche übernehmen und die Entwicklung der evangelischen Kirche in der Region mitgestalten.

Dabei geht es ihm nicht nur um Strukturen oder Organisation. Leber möchte Verantwortung übernehmen für eine Kirche im Wandel. Die Zukunft aktiv gestalten wolle er, sagt er – auch deshalb, weil er selbst Teil dieser Zukunft sei. Das Vertrauen, diese Entwicklung nun in einer leitenden Rolle mitgestalten zu dürfen, empfinde er als große Freude. Gerade in einer Zeit des Umbruchs komme es darauf an, „sich zu bewahren, wofür Menschen ihren Dienst in der Kirche einst angetreten hätten und was den Kern dieses Auftrags ausmache: Gott zu suchen, ihn zu loben und etwas von seiner grenzenlosen Liebe in die Welt zu tragen“. Wer sich weiterhin von der Botschaft Jesu Christi berühren lasse, könne auch mutig in die Zukunft gehen.

Dekan Steffen Held freut sich auf die künftig intensivere Zusammenarbeit: „Seit seinem Wechsel an die Evangelisch-Reformierte Gemeinde Am Marktplatz in Neu-Isenburg hat sich Ansgar Leber mit großem Engagement in unser Dekanat eingebracht. Ob in der Gemeindearbeit, als Dekanatsjugendpfarrer oder in den Beratungen und Entwicklungen des Nachbarschaftsraums – ich habe ihn als Kollegen erlebt, der mit Leidenschaft und Freude Pfarrer ist, kreativ Neues wagt, der Verantwortung übernimmt, gut zuhört, auch kritische Fragen stellt und unterschiedliche Menschen und Interessen zusammenbringen kann.“ Gerade in einer Zeit, in der auch die evangelische Kirche neue Wege gehe und vieles gemeinsam entwickelt werden müsse, seien das wichtige Stärken: „Ich freue mich sehr darauf, die geistliche Leitung unseres Dekanats künftig gemeinsam mit ihm wahrzunehmen und bin überzeugt, dass er dabei eigene Impulse setzen und zugleich viel Verbindendes einbringen wird.“

Kirche soll mitten im Leben sein

Wer mit Ansgar Leber spricht, merkt schnell, dass ihn nicht nur Gebäude, Gremien oder Geschäftsordnungen beschäftigen, sondern vor allem die Frage, wie Kirche für Menschen relevant bleiben kann. Er ist überzeugt, dass Kirche auch heute gefragt ist und gehört wird – vorausgesetzt, sie zieht sich nicht aus dem öffentlichen Leben zurück.

Für ihn zählt nicht in erster Linie, wie viele Menschen sonntags im Gottesdienst sitzen. Wichtiger ist, dass Kirche dort präsent ist, wo Menschen leben, arbeiten, feiern, trauern und nach Orientierung suchen: „Es ist wichtiger, dass die Kirche im Dorf ist, als dass das ganze Dorf in der Kirche ist.“

Dass dies auf ganz unterschiedliche Weise geschieht, fasziniert ihn bis heute. Deshalb freut er sich in seiner neuen Aufgabe besonders auf die Begleitung der Prädikantinnen und Lektoren, also der Ehrenamtlichen im Verkündigungsdienst der Kirche, sowie auf die Zusammenarbeit mit dem Gemeindepädagogischen Dienst – zwei Arbeitsbereiche, in denen er „Kirche in ihrer ganzen Breite erlebt“: wenn Ehrenamtliche Gottesdienste gestalten, wenn Kinder im Kindergottesdienst biblische Geschichten entdecken, wenn Jugendliche im Konfirmandenunterricht ihren Glauben hinterfragen oder wenn Menschen mit Demenz in besonderen Gottesdiensten Gemeinschaft erfahren. Für Leber sind das Beispiele dafür, wie das Evangelium weit über die Kirchenmauern hinaus in die unterschiedlichsten Lebensbereiche hineinwirkt.

Kirche versteht Ansgar Leber als Ort der Begegnung. Als Raum, in dem Menschen Gemeinschaft erleben können und niemand die Brüche seines Lebens verstecken muss. Die christliche Botschaft entfalte ihre Kraft dort, wo sie nicht nur gepredigt, sondern gelebt werde.

Ein Weg über Hamburg, Berlin und Wiesbaden nach Neu-Isenburg

Dass Begegnungen für ihn so wichtig sind, hat auch mit seinem eigenen Weg zu tun. Geboren im Odenwald und aufgewachsen im Rhein-Main-Gebiet, kam der Sohn einer Pfarrerin schon früh mit Kirche in Berührung. Die Geschichten von Waldensern, Hugenotten und anderen Glaubensflüchtlingen gehörten ebenso zu seiner Kindheit wie das Gemeindeleben selbst.

Nach der Schulzeit in Frankfurt studierte Leber Evangelische Theologie in Hamburg, Berlin und Mainz. Gleichzeitig suchte er immer wieder Orte, an denen Kirche und Gesellschaft unmittelbar aufeinandertreffen. Er arbeitete in der Gastronomie und im Verkauf, führte Besucherinnen und Besucher durch den Hamburger Michel und die Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und begleitete Gruppen im Bibelhaus am Frankfurter Museumsufer.

Es sind Erfahrungen wie diese, die bis heute seinen Blick prägen. Kirche, davon ist er überzeugt, begegnet Menschen nicht nur im Gottesdienst, sondern an vielen Orten des Alltags.

Nach dem Vikariat in Wiesbaden-Naurod und am Agaplesion-Institut für Diakonie, Theologie und Ethik führte ihn sein Weg schließlich nach Neu-Isenburg. Dort wurde er Anfang 2022 ordiniert und trat seine erste Pfarrstelle an. Im vergangenen Jahr bestätigten ihn die Gemeindemitglieder per Urwahl im Amt.

„Voll gechillt“

Über Neu-Isenburg hinaus bekannt wurde Leber auch durch sein Engagement für junge Menschen. Bereits 2023 wählte ihn die Dekanatssynode einstimmig zum Dekanatsjugendpfarrer. Diese nebenamtliche Aufgabe will er auch künftig weiterführen.

Die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Konfirmandinnen und Konfirmanden begleitet ihn schon seit vielen Jahren. Die Vielfalt dieses Arbeitsfeldes bereite ihm große Freude, sagt er. Besonders wichtig ist ihm, junge Menschen ernst zu nehmen und ihnen Räume zu eröffnen, in denen sie Glauben, Kirche und Gemeinschaft auf eigene Weise entdecken können.

Wie gut das gelingt, brachte eine Konfirmandin einmal auf denkbar knappe Weise auf den Punkt. Auf die Frage, wie der neue Jugendpfarrer denn so sei, lautete ihre Antwort: „Voll gechillt.“

Gemeinschaft stärken

Für seine neue Aufgabe als stellvertretender Dekan bringt Ansgar Leber klare Vorstellungen mit. Er versteht sich als Teamworker und Netzwerker. Menschen zusammenzubringen, unterschiedliche Begabungen sichtbar zu machen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, gehören für ihn zum Wesen von Kirche.

Dabei orientiert er sich an einem biblischen Bild, das ihn seit vielen Jahren begleitet: Kirche lebt von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Gaben. Diese Talente gelte es zu entdecken und zum Leuchten zu bringen. Gerade die Vielfalt der Dienste, Berufe und ehrenamtlichen Aufgaben in der Kirche betrachtet er dabei als besondere Stärke.

Besonders wichtig ist ihm dabei der Blick auf diejenigen, die leicht übersehen werden. Kirche dürfe sich nicht nur um die kümmern, die ohnehin schon da seien. Gerade Menschen am Rand müssten im Blick bleiben.

Seit 2025 gehört Leber außerdem dem Sprecherkreis des Reformierten Konvents der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an.

Familie und neue Verantwortung

Privat ist Ansgar Leber mit Pfarrerin Mareike Clausing verheiratet, die in der Dietzenbacher Christus-Gemeinde tätig ist. Das Paar lebt mit seiner gemeinsamen Tochter in Neu-Isenburg.

Mit seinem offiziellen Dienstbeginn am 1. August beginnt nun ein neues Kapitel seines kirchlichen Wirkens. Neben seiner Gemeindearbeit in Neu-Isenburg und seinem Amt als Dekanatsjugendpfarrer übernimmt er künftig Mitverantwortung für rund 56.000 evangelische Christinnen und Christen zwischen Langen und Seligenstadt. Ansgar Leber schlägt damit ein weiteres Kapitel auf. Die Geschichte, in der es steht, bleibt jedoch dieselbe: Menschen zusammenbringen, Gemeinschaft stärken und Kirche dort sichtbar machen, wo das Leben spielt.

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