03/11/2026 0 Kommentare
Neue Gedenkstele erinnert an Dietzenbacher Opfer des Nationalsozialismus
Neue Gedenkstele erinnert an Dietzenbacher Opfer des Nationalsozialismus

Eine neue Gedenkstele erinnert in Dietzenbach an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Evangelische Christus-Gemeinde stellt sie am Sonntag, 8. November, gegen 11 Uhr im Kirchgarten der Christuskirche an der Darmstädter Straße vor. Die Stele ist insbesondere den Menschen aus Dietzenbach gewidmet, die wegen ihres jüdischen Glaubens, ihrer politischen Haltung oder einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung verfolgt, entrechtet und ermordet wurden.
Mit der Stele greift die Gemeinde auch ihre eigene Geschichte auf. Der ehemalige Richter Horst Schäfer hat für sein Buch „…und tilge nicht unser Andenken“ die „Heimatklänge“ untersucht, den Gemeindebrief aus den 1930er-Jahren. Seine Recherchen zeigen, dass die Gemeinde darin Texte veröffentlichte, die der nationalsozialistischen Propaganda Vorschub leisteten. Bei einem Gemeindeabend im Jahr 2023 berichtete Schäfer über die Schicksale einzelner Dietzenbacherinnen und Dietzenbacher. Er beriet den Kirchenvorstand und begleitete die Arbeitsgruppe der Gemeinde.
Die Stele soll die Erinnerung an die Verfolgten in Dietzenbach wachhalten. Zugleich will die Gemeinde dazu anregen, über die Folgen von Ausgrenzung nachzudenken und menschenverachtenden Äußerungen und Taten in der Gegenwart entgegenzutreten.
Der Gottesdienst in der Christuskirche beginnt um 10 Uhr. Die Pfarrerinnen Mareike Clausing und Andrea Schwarze gestalten ihn, die Gruppe Saitensprung übernimmt die musikalische Begleitung. Bei der anschließenden Vorstellung der Stele im Kirchgarten spricht Horst Schäfer ein Grußwort.
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