26/05/2026 0 Kommentare
Klimaschutzkoordinatorin im Dekanat berät Gemeinden
Klimaschutzkoordinatorin im Dekanat berät Gemeinden
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Klimaschutzkoordinatorin im Dekanat berät Gemeinden
Die Themen „Klima“ und „Nachhaltigkeit“ standen im Mittelpunkt eines Abends, zu dem das Evangelische Dekanat Dreieich-Rodgau ins Gemeindehaus der Dietzenbacher Christus-Gemeinde eingeladen hatte. Mitglieder der Dekanatssynode und Interessierte aus den Kirchengemeinden waren zusammengekommen, um sich mit der Fragestellung auseinanderzusetzen, wie Kirche konkret nachhaltiger werden kann – und was dies für Gebäude, Beschaffung und Mobilität vor Ort bedeutet.
In seiner Andacht verwies Dekan Steffen Held augenzwinkernd auf die „protestantische Halsstarrigkeit“, die Menschen angesichts schier unlösbarer Aufgaben dennoch nicht aufgeben lasse. „Stattdessen schauen wir, wo wir im Kleinen unseren Beitrag leisten und damit zusammen mit vielen anderen Großes bewirken können“, ermutigte Held die Anwesenden.
Eingangs vermittelte Kathrin Saudhof vom Zentrum Bildung und Gesellschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zentrale Grundlagen zum Klimaschutzgesetz, dem Klimaschutzplan sowie der Nachhaltigkeitsstrategie der Landeskirche. In einem zweiten inhaltlichen Impuls richteten Elke Suden und Tim Brendle-Behnisch von der EKHN-Bauabteilung den Blick auf den Bereich Bau und Gebäude – einem zentralen Handlungsfeld für kirchlichen Klimaschutz.
In drei Workshops beschäftigten sich die Teilnehmenden sodann mit den Themen Bau, Beschaffung und Mobilität. „Wir wollten eine Plattform für Information, Diskussion und gemeinsame Orientierung bieten – mit Blick auf die Herausforderungen des Klimaschutzes ebenso wie auf konkrete Handlungsmöglichkeiten in Gemeinden und Nachbarschaftsräumen,“ erläuterte Dr. Michael Grevel das Veranstaltungsformat. Besonders beeindruckt zeigte sich der Präses der Dekanatssynode vom intensiven Austausch. Dabei sei es gelungen, Erfahrungen zu teilen, Fragen zu klären und Ansätze für die praktische Umsetzung vor Ort zu entwickeln.
An diesem Abend stellte sich auch die Inhaberin der neuen Klimaschutzstelle des Dekanats vor: Lisa Stadtherr betreute eine der Gesprächsrunden und stand darüber hinaus für Kennenlernen, Austausch und Fragen zur Verfügung. Für die nächsten vier Jahre wird sie Gemeinden und Nachbarschaftsräume im Kirchenkreis dabei unterstützen, konkrete Klimaschutzmaßnahmen zu realisieren.
Die 34-Jährige stammt aus Hildburghausen in Thüringen und beschäftigt sich seit ihrer Jugend mit Nachhaltigkeit. Nach ihrem Masterstudium der Klimaphysik in Kiel arbeitete sie für mehr als fünf Jahre als Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektmanagerin und Umweltbeauftragte an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg. Dort begleitete die zertifizierte kirchliche Umweltauditorin Kirchengemeinden bei der Einführung von Umweltmanagementsystemen. Als Projektleiterin des bundesweiten Netzwerks „Mobilität & Kirche“ war sie an der Entwicklung innovativer Nachhaltigkeitsstrategien beteiligt. Sie wirkte mit an Klimaschutzkonzepten für kirchliche Einrichtungen und erstellte Treibhausbilanzen. Daneben konzipierte und moderierte sie Workshops und Fachtage für Ehrenamtliche, Gemeindemitglieder sowie kirchliche Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen. Internationale Erfahrungen sammelte sie im Rahmen eines zweijährigen Aufenthalts in Südkorea, wo sie für fünf Monate im Büro für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UNOSD) als Forschungsassistentin tätig war.
„Die Stelle als Klimaschutzkoordinatorin hier im Dekanat ist wie für mich gemacht“, gibt sie offen zu. „Sie bietet mir die Möglichkeit, Klimaschutz konkret und wirkungsvoll vor Ort zu gestalten.“ Als erstes will sie die Kirchengemeinden kennenlernen und in einer Bestandsaufnahme erfassen, welche Projekte es in den Gemeinden und Kommunen bereits gibt. Hier will sie Synergien finden, sich mit den Klimaschutzmanagern im kommunalen Bereich vernetzen und Kooperationsmöglichkeiten ausloten. Auch gelte es, sich einen Überblick über relevante Förderungen auf Bundes-, Landes-, Kreis- und kommunaler Ebene zu verschaffen – und natürlich diejenigen der EKHN. Lisa Stadtherr steckt voller Ideen und freut sich darauf, bis Ende 2030 „bei vielen Projekten die treibende Kraft zu sein und direkt die Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen verfolgen zu können“, sagt sie.
Der eigene CO2-Fußabdruck liegt ihr am Herzen: Sie achtet auf verantwortungsvollen Konsum, ernährt sich vegetarisch, besitzt kein Auto, sondern fährt mit dem Fahrrad und nutzt den öffentlichen Nahverkehr. Ergänzend dazu ist ihr auch der ökologische Handabdruck wichtig. Dieser betrachtet umweltschonende Auswirkungen des persönlichen Handelns auf die Gesellschaft. Ist sie doch überzeugt, durch ihr Engagement Andere positiv zu beeinflussen.
„Ich glaube, dass man sein ganzes Leben lang lernen kann, probiere gerne Neues aus und fürchte mich nicht vor Unbekanntem“, beschreibt sie ihre Grundeinstellung. Und so nimmt sie auch die Herausforderungen ihres neuen Amtes mit Neugierde und Optimismus an.
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