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Gemeinsam unterwegs zwischen Schnitzaltar und Naturschutz

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Gemeinsam unterwegs zwischen Schnitzaltar und Naturschutz

Dekanatsradtour „Re(li)gion erfahren“ führte von Babenhausen nach Mainhausen

Ein mittelalterlicher Schnitzaltar, die Geschichte einer Residenzstadt und der gemeinsame Widerstand gegen eine Giftmülldeponie: Die diesjährige Radtour des Evangelischen Dekanats Dreieich-Rodgau verband ganz unterschiedliche Einblicke in die Region. Unter dem Motto „Re(li)gion erfahren“ waren am Samstag, 26. September, Menschen aus verschiedenen Gemeinden von Babenhausen nach Mainhausen unterwegs. Die ökumenisch-ökologische Tour bot Gelegenheit, Orte religiösen Lebens und gesellschaftlichen Engagements kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Zum Auftakt begrüßte Gemeindepfarrerin Andrea Rudersdorf die Gruppe in der Babenhäuser Stadtkirche. Nach einer gemeinsamen Andacht von und mit Sandra Scholz, Pfarrerin für Gesellschaftliche Verantwortung und Ökumene, richtete sich der Blick auf den mittelalterlichen Schnitzaltar, den Manfred Lautenschläger vom Heimat- und Geschichtsverein erläuterte. Weitere Einblicke in die Vergangenheit Babenhausens als Residenzstadt folgten im Territorialmuseum. Es ist in einem ehemaligen Adelssitz der Gersprenz-Stadt untergebracht und machte die Geschichte des Ortes aus einer weiteren Perspektive zugänglich.

Nach einer Stärkung im örtlichen Pfannkuchenhaus übernahm der Mainhäuser Gemeindevertreter Harald Classen die Führung durch das hessisch-bayerische Grenzgebiet. Vorbei am Naturdenkmal „Schöne Eiche“ ging es zur ehemaligen Tongrube Mainhausen. Die heute geschützte Fläche, auch als „HIM-Grube“ bekannt, sollte in den 1970er und 1980er Jahren zu einer Giftmülldeponie werden. Thorwald Ritter vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) berichtete vor Ort, wie sich die Bevölkerung erfolgreich gegen dieses Vorhaben eingesetzt hatte. Über Partei- und Konfessionsgrenzen hinweg engagierten sich Menschen gemeinsam für den Schutz ihrer Umgebung. Damit rückte die Tour auch die Frage in den Blick, was gemeinsames Handeln vor Ort bewirken kann.

Eine weitere Station war die Sendeanlage Mainhausen, von der das Zeitzeichensignal für Funkuhren ausgestrahlt wird. Dort erinnerte die Gruppe an die frühere Nutzung des Geländes als Militärflughafen ab 1937. Die erhaltenen Bunker haben inzwischen eine andere Funktion: Sie dienen Fledermäusen als Quartier. So begegneten sich auch an diesem Ort Zeitgeschichte und Naturschutz.

Mit Gesprächen im Zellhäuser Eiscafé klang die Radtour aus. Organisiert hatten sie Pfarrerin Sandra Scholz sowie Claudia Fäscher und Claus Ost aus dem gemeindepädagogischen Team. Alle drei gehören dem Ausschuss für Ökumene und Umwelt des Evangelischen Dekanats Dreieich-Rodgau an. Unter der Überschrift „Re(li)gion erfahren“ führen die Dekanatsradtouren seit 2012 zu Orten, an denen sich kirchliches Leben, regionale Geschichte und Verantwortung für die Umwelt entdecken lassen.

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