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„Ein Pfarrer, der für die Menschen eintrat“ – Trauer um Frithjof Decker

„Ein Pfarrer, der für die Menschen eintrat“ – Trauer um Frithjof Decker

„Ein Pfarrer, der für die Menschen eintrat“ – Trauer um Frithjof Decker

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„Ein Pfarrer, der für die Menschen eintrat“ – Trauer um Frithjof Decker

Die Evangelische Kirche in der Region trauert um Frithjof Decker. Der langjährige Gemeindepfarrer der Evangelischen Petrusgemeinde Urberach und spätere Spezialseelsorger für Stadt und Kreis Offenbach ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Vor seinem Wechsel nach Urberach war er von Beginn der 80er-Jahre bis 1986 Pfarrer der Evangelischen Johannesgemeinde Neu-Isenburg.

Fast 22 Jahre lang hat Decker die Petrusgemeinde und das kirchliche Leben in Urberach geprägt. Von 1986 bis Mai 2008 begleitete er dort Menschen durch freudige und schwere Lebensabschnitte. Rund 720 Taufen, 70 Trauungen und 840 Konfirmationen sind in seine Amtszeit gefallen; hinzu kamen unzählige Gespräche und Trauerbegleitungen. Als dienstältester Pfarrer Rödermarks war er weit über die Grenzen seiner Gemeinde hinaus bekannt und geschätzt.

„Ich wollte immer ein Pfarrer sein, der für alle Menschen eintritt, vor allem für die, die am Rand stehen oder in Not sind“, sagte Decker bei seiner Verabschiedung aus Urberach. Dieser Anspruch hatte sein Wirken bestimmt. Er hatte praktische Hilfen für wohnungslose Menschen, einen Mittagstisch für Alleinstehende, die Flüchtlingshilfe, die Weidenkirche  und den Rödermärker Brotkorb mit angestoßen. Zugleich stärkte er die Kinder- und Jugendarbeit, förderte ehrenamtliches Engagement und entwickelte gemeinsam mit dem Kirchenvorstand mit „In der Liebe wachsen“ das Leitbild für die damalige Petrusgemeinde. Auch deren ökologische Ausrichtung war ihm wichtig – im Ort selbst war er fast immer mit dem Fahrrad unterwegs.

Decker verstand Gemeinde als gemeinschaftliche Aufgabe. „Ein Arbeiter im Weinberg allein richtet nicht viel aus“, bekannte er bei seinem Abschied. In seiner Zei in Urberach war die Zahl der Ehrenamtlichen erheblich gewachsen. Gottesdienste und Predigten nahe am Leben der Menschen, eine intensive seelsorgerliche Begleitung, das diakonische Profil und der Einsatz für Umwelt und Nachhaltigkeit waren zu Kennzeichen der Urberacher Gemeinde geworden.

Über seine eigene Pfarrstelle hinaus hatte Decker Verantwortung im damaligen Evangelischen Dekanat Rodgau übernommen: Als stellvertretender Dekan wirkte er an dessen Leitung mit. Während der späteren Vakanz im Dekane-Amt führte er zugleich kommissarisch die Amtsgeschäfte des Dekans.

Im Juni 2008 wechselte Decker aus der Gemeindearbeit in die Spezialseelsorge. Dort widmete er sich mit jeweils einem halben Dienstauftrag der Altenheim-, Krankenhaus- und Hospizseelsorge im damaligen Dekanat Rodgau sowie dem Auf- und Ausbau einer koordinierten Notfallseelsorge in Stadt und Kreis Offenbach. Er vernetzte bestehende Initiativen, begleitete Ehrenamtliche, organisierte Fortbildungen und geschützte Gesprächsräume und gewann Menschen für Besuchsdienste. Gemeinsam mit Einsatzkräften sowie katholischen und evangelischen Seelsorger*innen leistete er in Notfällen erste Hilfe für die Seele.

Als Decker im Jahr 2008 aus Urberach verabschiedet wurde, kamen mehr als 400 Weggefährtinnen und Weggefährten zusammen. Die Stadt Rödermark ehrte ihn mit einem Eintrag ins Goldene Buch. Der damalige Bürgermeister Roland Kern bezeichnete Deckers langjähriges Wirken als eine „Epoche“.

„Frithjof Decker hat Kirche als verlässliche Begleiterin der Menschen gelebt – nahbar, zugewandt und mit einem besonderen Blick für diejenigen, die Unterstützung brauchten“, erinnert Dekan Steffen Held an den Verstorbenen. „Sein langjähriges Wirken in Urberach, in der Leitung des Dekanats und in der Spezialseelsorge hat viele Menschen und unsere Kirche in der Region geprägt. Dafür sind wir ihm sehr dankbar.“

Die Rödermärker Gemeindepädagogin Elke Preising, die 16 Jahre lang eng mit Frithjof Decker zusammenarbeitete, erinnert sich an einen Pfarrer, der große Ernsthaftigkeit im Einsatz für die Menschen vor Ort mit spürbarer Freude am gemeinsamen Tun verband – auch am Singen, Tanzen und am Zusammensein mit Menschen aller Generationen. Theologischer Tiefgang, spirituelle Ausstrahlung und Leidenschaft für seinen Auftrag prägten die intensive Zusammenarbeit und das gemeinsame Ringen um das Beste für die Menschen. "Besonders Kinder und Jugendliche lagen Decker am Herzen. Mit Mut, Weitblick und viel Gottvertrauen gab er ihnen, seinen Mitarbeitenden und auch sich selbst die Freiheit, Neues auszuprobieren. Er wollte eine einladende Gemeinde gestalten, schenkte den Menschen viel Zuwendung und gewann ihre Zuneigung: Viele in der Petrusgemeinde waren und sind ihm tief verbunden."

Frithjof Decker hinterlässt Spuren: in der heutigen Kirchengemeinde Rödermark, im Dekanat und bei vielen Menschen, die er begleitet, gestärkt und miteinander verbunden hat. „Das Evangelische Dekanat Dreieich-Rodgau bewahrt ihm ein dankbares Andenken. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Gudrun, seinen Kindern und allen Angehörigen“, so Dekan Held.

Die Trauerfeier für Pfarrer Frithjof Decker beginnt am Freitag, 21. August um 11 Uhr auf dem Friedhof in Rödermark/Ober-Roden an der Kapellenstraße.

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